Hauptseite Fussballtheorie
Taktik ist Kunst. Strategie ist Wissenschaft.

Über diese Site
Kontakt
Andere Sprachen

Fussball verstehen

Abseits

Strategie
Antikes System
>Klassisches System
Modernes System

Unkultivierte Zeitspannen

Forschung

Training

Epochen
Glossar
Fragen
Links und Bücher

Das klassische System

 Die Verteidigungsmethode
 Die Angriffsmethode

Die klassische Aufstellung, auch Pyramiden-System genannt, herrschte in Grosssbritannien von 1880 bis gegen 1925. Im europäischen Kontinent dauerte sie noch länger: die Nationalmannschaft von Österreich spielte sogar bei der Weltmeisterschaft von 1954 nach diesem Muster. Es war ein strategisch ausgeglichenes System, das attraktive Spiele anzubieten wusste. Es bestand aus zwei Verteidigern, drei offensiven Mittelfeldspielern und fünf Angreifern zuvorderst. Dank der Abseitsregel von 1866, welche die Zusammenarbeit mittels Pässen erlaubte, wurde der Ball mit Leichtigkeit von hinten nach vorne gespielt. Weil die Spieler feste Zonen besetzten, war das Spiel schnell, so schnell wie der Ball sein kann. Es fällt auf, dass diese fixe Verteilung der Spieler auf Zonen keine Erfindung irgend eines Trainers war. Sie entstand durch Erfahrung als strategische Antwort zur Umbildung der Abseitsregel.

Die Verteidigungsmethode

Nach der anfänglichen Verwirrung, die den Vorwärtspass schuf, wurde es langsam klar, dass der vorvorletzte Spieler - der vorletzte Verteidiger, wenn wir vom Torhüter absehen - die entscheidende Rolle in der Verteidigung spielte. Er wurde auch Angriffsverteidiger genannt, weil er dem Ballführenden entgegenlief, um den Ball kämpfend. Gleichzeitig deckte er die restlichen Angreifer unkörperlich, indem er die Abseitslinie bestimmte (siehe Abbildung).

Klassische Verteidigungsmethode: Der vorvorletzte Spieler bestimmt die Abseitslinie, die jeden Angreifer deckt.

Heutzutage klingt es seltsam, dass nur zwei Verteidiger genügten, um das Vorrücken aller Angreifer im Griff zu haben. Dies hängt einfach mit der damals geltenden Abseitsregel von 1866 zusammen: das Betreten der Verteidigunszone bedeutete noch keine freie Bahn zum Tor. Der letzte Verteidiger, auch Standverteidiger genannt, war noch zur Stelle und zum Zweikampf bereit.

Seitenanfang

Die Angriffsmethode

Die Antwort zur klassischen Verteidigungsmethode war, den Angriffsverteidiger über den rechten oder linken Flügel mit dem Ball zu umlaufen. Denn bei einer anschliessenden Flanke rückwärts in die Mitte war die Abseitsregel nicht anwendbar (siehe Abbildung). Für den Abschluss der Flanke mit einem Schuss aufs Tor erwies sich als optimal, einen Angreifer vor dem Tor und zwei weiteren links und rechts vom ihm zu stellen. Zusammen mit den zwei Flügelspielern ergab dies fünf Stürmer.

Klassische Angriffsmethode: Der Ballführende überholt den vorletzten Verteidiger über den Flügel.

Da in der Verteidigung zwei Spieler genügten, blieben drei Spieler im Mittelfeld übrig, die sogenannten Läufer. Ihre Aufgabe war die schnelle Angriffseinleitung.

Seitenanfang

 
www.soccertheory.com Hauptseite ¦ Über diese Site ¦ Kontakt ¦ Andere Sprachen