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Fussball: zwei Spiele in einem. |
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Das Deckungsspiel
Damit ein Spiel interessant und spannend verläuft, muss ein ausgeglichener Wettkampf zwischen den Gegnern gewährleistet sein. Deshalb wurde in den Anfängen des Fussballs eine besondere Regel, das sogenannte Abseits, ins Fussballreglement aufgenommen. Die erste Abseitsregel von 1863 und die nachfolgende von 1866 - Vorgängerinnen der Abseitsregel von 1925, die gegenwärtig immer noch gilt - trugen entscheidend dazu bei, den springenden Punkt des Fussballspiels zu lösen: einen ausgeglichenen Zweikampf zwischen dem ballführenden und seinem Gegenspieler zu ermöglichen. Strategische HerausforderungenDank der Fussballtheorie merken wir langsam Folgendes: Der Kern des Fussballs, sein Reiz, liegt in allen Epochen darin, den Kollektivangriff, wo sich Mitspieler den Ball zuspielen, auf einen individuellen Angriff zu reduzieren; es geht darum, alle Angreifer ohne Ball aus dem Angriff auszuschliessen. Die Fussballtheorie untersucht diese strategische Deckung - die Kontrolle des Vorrückens aller Angreifer ohne Ball - und beweist, dass das Spiel in allen Epochen dieselben strategischen Herausforderungen gestellt hat:
Das Spiel ohne Ball ist die einfache Seite des FussballsUm die strategischen Ziele zu erreichen, muss man spielen können. Spielen heisst zu entscheiden, welche Spielzüge wann und in welcher Reihenfolge auszuführen sind. Beim Schachspiel liegt die Schwierigkeit beim Spielen, nicht bei der Ausführung der Spielzüge (die Figuren mechanisch zu bewegen ist trivial). Anders beim Fussball, wo das Schwierige die technisch perfekte Ausführung der Spielzüge (das Spiel mit dem Ball) ist. Im Vergleich dazu wäre die Entscheidung der Spielzüge, das Deckungsspiel, recht einfach umzusetzen. Doch diese strategische Seite des Fussballs wird durch das Spiel mit dem Ball vollständig in den Schatten gestellt. Dies ist der Grund, warum es in der Fussballgeschichte sehr lange dauert, bis die geeigneten strategischen Methoden durch Erfahrung entdeckt werden.Man kann Fussballspiele austragen, ohne die strategischen Grundlagen des Fussballs zu respektieren. Solche Spiele können sogar spannend sein. Doch das Spiel selbst, seine interne Logik als sportliches Oppositionsspiel verlangt eindringlich, dass seine Strategie verstanden wird, so dass nach einem einzigen System gespielt wird. Diese Forderung wird vom Spiel mit dem Ball unterdrückt. Das Fussballspiel hat, wie das Lichtspektrum, einen leuchtenden und einen unsichtbaren Bereich. Leuchtend, jedoch schwierig, ist das Spiel mit Ball. Unsichtbar, aber einfach, ist das strategische Deckungsspiel. Die Forschung der Fussballtheorie hilft dabei, das strategische Deckungsspiel aufzuklären, sofern das Spiel mit dem Ball beiseite gelegt wird. |
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